Zum Hauptinhalt / Skip to main content

PsyProfiler – Psychologische Tests & Persönlichkeitsdiagnostik

ADHS-Screening (ASRS-V1.1)

Der ASRS-V1.1 der Weltgesundheitsorganisation ist ein validiertes Screening-Instrument für ADHS im Erwachsenenalter.

3 Min.
6 Fragen
Anonym
Kostenlos

Wichtiger Hinweis

Dieses Screening ersetzt keine professionelle Diagnose. Die Ergebnisse dienen ausschließlich der Selbstreflexion. Bei psychischen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine qualifizierte Fachperson (Arzt/Ärztin oder Psychotherapeut/in).

Test jetzt starten

Wie funktioniert dieser Test?

Die Adult ADHD Self-Report Scale (ASRS-V1.1) wurde von der Weltgesundheitsorganisation gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe um Ronald Kessler, Lenard Adler und Thomas Spencer entwickelt. Sie erfasst, wie häufig Sie in den letzten sechs Monaten typische Anzeichen einer ADHS im Erwachsenenalter erlebt haben — etwa Schwierigkeiten, Aufgaben abzuschließen, Termine zu behalten oder bei langem Sitzen ruhig zu bleiben.

Die sechs Fragen dieses Screenings sind Teil A der vollständigen, 18 Fragen umfassenden Symptom-Checkliste. Sie wurden aus allen 18 Items als diejenigen bestimmt, die eine ADHS am zuverlässigsten vorhersagen — deshalb genügen sie allein als Suchtest. Die Formulierungen beruhen auf den Kriterien des DSM-IV.

Die Auswertung ist ungewöhnlich und funktioniert nicht als Punktesumme: Für jede Frage gibt es eine eigene Schwelle, ab der eine Antwort als auffällig gilt. Bei den ersten drei Fragen genügt „manchmal“, bei den letzten drei ist „oft“ nötig. Gezählt wird, wie viele der sechs Antworten ihre jeweilige Schwelle erreichen.

Ab vier von sechs auffälligen Antworten gilt das Screening als positiv. Die Auswertung läuft vollständig in Ihrem Browser.

Auswertungsbereiche

0–3 auffällige Antworten
Unauffällig — kein Hinweis auf eine ADHS im Erwachsenenalter
4–6 auffällige Antworten
Auffällig — die Angaben passen zu einer ADHS, eine Abklärung ist sinnvoll

Für wen ist dieser Test?

Der ASRS-V1.1 richtet sich an Erwachsene ab 18 Jahren, die sich fragen, ob anhaltende Schwierigkeiten mit Konzentration, Organisation oder innerer Unruhe mit einer ADHS zusammenhängen könnten. Viele Betroffene erhalten die Diagnose erst spät, weil die Beschwerden lange als Stress oder Charaktereigenschaft gedeutet werden. Der Test ersetzt keine Diagnostik, sondern hilft bei der Entscheidung, ob eine fachliche Abklärung sinnvoll ist.

Häufige Fragen

Nein. Der ASRS-V1.1 ist ein Suchtest, kein diagnostisches Instrument. Eine ADHS-Diagnose setzt eine ausführliche Untersuchung voraus, die auch die Kindheit einbezieht und andere Ursachen ausschließt — das leistet kein Fragebogen mit sechs Fragen. Ein auffälliges Ergebnis ist ein Anlass, mit einer Fachperson zu sprechen, mehr nicht.

Für die englische Fassung wurden eine Sensitivität von 68,7 % und eine Spezifität von 99,5 % berichtet (Adler et al., 2006); eine Untersuchung der deutschen Fassung in einer Schweizer Stichprobe kam auf 66,6 % beziehungsweise 64,9 % (Buchli-Kammermann et al., 2011). Das heißt: Ein auffälliges Ergebnis ist ein ernstzunehmender Hinweis, ein unauffälliges schließt eine ADHS aber nicht sicher aus — etwa jede dritte betroffene Person wird übersehen.

Weil die Fragen unterschiedlich stark zwischen Betroffenen und Nicht-Betroffenen trennen. Bei den ersten drei Fragen zu Unaufmerksamkeit reicht bereits „manchmal“, weil diese Angabe dort selten ohne Bedeutung ist. Bei den letzten drei Fragen zu Unruhe und Getriebenheit ist „oft“ nötig, weil gelegentliche Zappeligkeit sehr verbreitet ist. Diese Gewichtung stammt aus der Originalauswertung der WHO.

Der ASRS-5 ist das neuere Instrument derselben Arbeitsgruppe (Ustun et al., 2017). Er beruht auf den Kriterien des DSM-5 statt des DSM-IV, verwendet andere Fragen und ein gewichtetes Punktesystem. Für die deutsche Fassung wurden eine Sensitivität von 95,6 % und eine Spezifität von 72,3 % berichtet (Ballmann et al., 2022) — er erkennt also mehr Betroffene, erzeugt dafür aber mehr falsch-positive Ergebnisse. Hier kommt der weiterhin gebräuchliche ASRS-V1.1 zum Einsatz.

Ein auffälliges Ergebnis bedeutet nicht, dass Sie ADHS haben. Dieselben Beschwerden können durch Stress, Schlafmangel, Depression, Angst oder eine Schilddrüsenerkrankung entstehen. Sinnvoll ist ein Gespräch mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, mit einer psychiatrischen Praxis oder einer psychotherapeutischen Fachperson. Nehmen Sie Ihr Ergebnis gerne mit — es kann als Gesprächseinstieg dienen.

Dann nehmen Sie das ernst. Der Test erkennt nicht alle Betroffenen, und er erfasst nur ADHS — nicht die vielen anderen Gründe für Konzentrationsprobleme oder innere Unruhe. Anhaltende Beschwerden verdienen eine fachliche Einschätzung, unabhängig davon, was hier steht.

Ja. Wenn Sie bereits wegen einer ADHS behandelt werden, beziehen sich Ihre Antworten auf den behandelten Zustand und fallen dadurch unauffälliger aus. Auch andere Medikamente, Schlafmangel oder eine akute Belastungssituation können die Antworten prägen. Der Zeitraum der Fragen sind ausdrücklich die letzten sechs Monate.

Ihre Antworten werden ausschließlich in Ihrem Browser verarbeitet und ausgewertet. Es werden keine Antworten an einen Server übertragen oder dort gespeichert.

ASRS-V1.1 Screener © World Health Organization 2003/2004, basierend auf dem Composite International Diagnostic Interview. Verwendung mit Quellenangabe.

Weitere Tests: Klinische Screenings

Alle anzeigen

Tipp: Vertiefen Sie Ihre Selbsterkenntnis mit dem Shadow Integrator — dem psychologischen Tool für Schattenarbeit und innere Integration.